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Bündnis 90/Die Grünen Eitorf

 


Rhein-Sieg-Anzeiger vom 16.01.2012:

KNÖLLCHEN: Neuer Ärger auf der Siegstrecke

Nach unserem Bericht über einen 18-Jährigen, der 40 Euro zahlen sollte, weil er auf der Treppe zur 1. Klasse saß, haben sich viele weitere Fahrgäste beim "Rhein-Sieg-Anzeiger" gemeldet, denen Ähnliches passiert ist.

RHEIN-SIEG - "Einsteigen und entspannen": Der Werbespruch der Deutschen Bahn für die "Probe BahnCard 25" klingt in den Ohren so mancher Eitorfer Fahrgäste wohl nach Hohn. Denn entspannen, das konnten sie auf ihren Fahrten auf der Siegtalstrecke sicher nicht: Volle Züge, keine Sitzplätze, und dann auch noch ein Knöllchen bei der Fahrschein-Kontrolle.

Vor ein paar Tagen hatte der "Rhein-Sieg-Anzeiger" über einen 18-Jährigen berichtet, der 40 Euro Fahrpreisnacherhebung zahlen sollte, weil er sich aufgrund mangelnder Sitzplätze in der 2. Klasse des RE 9 von Eitorf nach Köln auf die untere Stufe der Treppe zur 1. Klasse gesetzt hatte.

Dieser Treppenwitz ist beileibe kein Einzelfall. Dieser Zeitung liegen Briefwechsel mit der Deutschen Bahn vor, in der sich Fahrgäste aus Eitorf über die Fahrpreisnacherhebung beschweren. Allen Fällen gemein: Weil die Wagen der 2. Klasse voll besetzt waren, saßen oder standen die Bahnkunden - darunter Inhaber von Monatstickets und BahnCards - auf der Treppe zur 1. Klasse. Ihnen brummte der Kontrolleur ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 40 Euro auf, das zu zahlen die Kunden nicht bereit sind. Auch das Angebot der Bahn, die Summe aus Kulanz auf 20 Euro zu senken, wird von den Betroffenen abgelehnt: Scheinbar, so ein Vater, habe man der Schilderung seines Kindes keinen Glauben geschenkt "oder sich nicht richtig mit den Umständen auseinander gesetzt."

Mittlerweile hat sich auch der Eitorfer CDU-Fraktionschef Andreas Sonntag eingeschaltet und die Deutsche Bahn angemahnt, eine fahrgastfreundliche Regelung für das Problem zu finden. Das temporäre Platzproblem in den Regionalzügen, das aus der zeitlichen Verzögerung beim Einsatz der neuen Züge auf der Siegstrecke resultiere, dürfe nicht "auf dem Rücken der Fahrgäste" ausgetragen werden.

Auf Nachfrage des "Rhein-Sieg-Anzeiger" erklärte ein Bahnsprecher, dass das Problem der überfüllten Züge und der Knöllchen für Fährgäste, die sich auf der Treppe aufhielten, dem Unternehmen bekannt sei. Im Einzelfall würden die Fahrpreisnacherhebungen nachträglich darauf geprüft, ob sie minimiert oder eventuell ganz aufgehoben werden könnten. "Es macht einen Unterschied, ob vielleicht kurzfristig ein Wagen ausgefallen ist und deshalb die 2. Klasse überfüllt war, oder ob es sich um eine Dauersituation handelt." Er könne den Ärger der betroffenen Fahrgäste durchaus nachvollziehen, aber die Deutsche Bahn könne nicht von ihrem Prinzip abweichen, dass die Treppe bereits zur 1. Klasse gehöre und man dort weder sitzen noch stehen dürfe. Seien die Züge aber derart überfüllt wie der RE 9, dann gäbe es noch die Möglichkeit, einen 1.-Klasse-Waggon zu deklassieren und mit einem Infoschild zur 2. Klasse umzuwidmen. "Das geht aber nur, wenn noch genug Plätze für Reisende in der ersten Klasse bleiben.Disponenten vor Ort entscheiden über die Umwidmung eines Abteils. Wenn möglich, machen wir das."

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