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Rhein-Sieg-Anzeiger vom 12.01.2012:
Müllberge: "Ein Anblick wie in Neapel"
In einigen Kommunen des Kreises türmen sich Gelbe Säcke, gelbe Tonnen werden erst Tage nach dem vorgesehenen
Termin geleert: Probleme bei der Müllabfuhr, doch soll dies bald behoben sein.
RHEIN-SIEG - In einigen Kommunen des Kreises türmen sich Gelbe Säcke - Abtransport bis Samstag Von "Das sah aus wie
in Neapel mit seinem Müllproblem", beschreibt Eveline Krüsel den Anblick, den ihre Straße in Troisdorf bot. "Überall
flog Verpackungsmüll herum." Der Grund: Auf dem Bürgersteig und an den Hauswänden türmten sich am Dienstag Berge von
Gelben Säcken. "Zum Schluss warteten allein vor unserer Haustüre zehn Säcke darauf, abgeholt zu werden", weiß Heinz
Krüsel.
Eigentlich sollten die gelben Plastiksäcke mit dem Logo des Dualen Systems bereits am 4. Januar ihren Weg zur
Wiederverwertungsanlage antreten. Doch die Anwohner warteten vergeblich auf die Müllabfuhr . "Wir haben dann gleich
am Nachmittag bei der RSAG angerufen", schildert Heinz Krüsel. "Aber dort sagte man uns nur, dass die Wagen noch unterwegs
seien." Aber auch am darauffolgenden Tag tat sich nichts. Das Ehepaar wurde schließlich auf Samstag vertröstet.
Auch in anderen Kommunen
Erst am Dienstagmorgen sammelte die zuständige Firma endlich die Säcke ein. In der Zwischenzeit tat Orkan "Andrea"
sein Übriges, um Joghurtbecher und Konservendosen über die Straße zu wehen. "Ich hab immer wieder den Müll zusammengesucht,
aber irgendwann bringt das nichts mehr", klagt der 64-jährige Rentner. Die umliegenden Straßen waren schlichtweg
zugemüllt. Das Müll-Fiasko betrifft allerdings nicht nur Troisdorf, sondern auch andere Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis. So
wurden in Windeck die gerade erst eingeführten Wertstofftonnen erst zwei Tage nach dem regulären Termin entleert. Und
in Lohmar sind immer noch nicht alle Haushalte von jenem Recycling-Abfall mit dem Grünen Punkt befreit.
Joachim Schölzel, Sprecher der RSAG (Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft), betont derweil, dass sein Unternehmen
keine Schuld treffe. Bei ihm häufen sich die jedoch die Beschwerden verärgerter Bürger. Auch Familie Krüsel hat sich
dorthin gewandt. "Die bekommen schließlich unsere Entsorgungsgebühren", erklärt Heinz Krüsel. Sprecher Schölzel entgegnet:
"Wir haben lediglich die Tonnen zur Verfügung gestellt. Das war unser Part." Der Vertrag über die Entleerung der Tonnen
jedoch bestehe zwischen der Remondis-GmbH und dem Dualen System. Vor allem das rechtsrheinische Kreisgebiet sei
betroffen - eben überall dort, wo der Entsorger das Gebiet neu übernommen habe, schildert der RSAG-Sprecher. "Nur
Sankt Augustin betrifft das nicht, dort holt eine Tochterfirma der RSAG den Müll ab", so Schölzel weiter.
Dem Niederlassungsleiter der Firma Remondis in Bonn, Nicolas Müller, ist das Problem bekannt. Sein Arbeitgeber übernahm
zum Jahreswechsel den Auftrag für das rechtsrheinische Gebiet - bis auf Sankt Augustin - im Rhein-Sieg-Kreis. "Wir
arbeiten mit Hochdruck daran, den Müll so schnell wie möglich abzuholen." So habe man zum Beispiel am vergangenen Samstag
14 Wagen geschickt, um die gelben Säcke einzusammeln und die gelben Wertstofftonnen zu entleeren. "An normalen Werktagen
sind wir übrigens nur mit acht Wagen unterwegs." Laut Müller gibt es mehrere Ursachen für die Müllberge: Zum einen falle
nach den Feiertagen einfach mehr Müll an als üblich und zum anderen komme die Einführung der neuen Wertstofftonne hinzu.
Damit hatte die Firma Remondis allerdings gerechnet. Die Tonne zum Überlaufen gebracht habe vermutlich der Altentsorger,
sagt Müller. Der habe seine letzte Abfuhr wohl nicht ausgeführt. Die Gründe dafür sind auch Nicolas Müller nicht
bekannt. Zudem seien ihm noch nicht alle Straßen bekannt, an denen die Gelben Säcke noch nicht abgeholt worden seien.
Dennoch ist er zuversichtlich, dass dies bis spätestens Samstag, 14. Januar, erledigt werde.
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