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Rhein-Sieg-Rundschau vom 19.12.2011:
Geschwindigkeitskontrollen: Weniger Tempo rettet Menschenleben
15 Kilometer in der Stunde können über Leben und Tod entscheiden: "Werden Fußgänger von einem Auto mit Tempo 65
angefahren, dann sterben acht von zehn Personen", berichtete Kreisdirektorin Annerose Heinze gestern.
RHEIN-SIEG-KREIS - 15 Kilometer in der Stunde können über Leben und Tod entscheiden: "Werden Fußgänger von einem Auto
mit Tempo 65 angefahren, dann sterben acht von zehn Personen", berichtete Kreisdirektorin Annerose Heinze gestern. Bei
einem Aufprall mit Tempo 50 hingegen überleben acht von zehn Unfallopfern.
Grund genug, die Tempokontrollen zu verstärken, wie Heinze und Vertreter der Kreisverwaltung sowie der
Kreispolizeibehörde ankündigten. "Es geht nicht darum, das Staatssäckel aufzufüllen", betonte Heinze. Vielmehr sei "nach
etlichen Jahren des Rückgangs die Zahl der Getöteten wieder gestiegen", sagte Hans-Peter Sperber, Leiter der Direktion
Verkehr in der Polizeibehörde, mit Blick auf landesweit erfasste Verkehrsunfallzahlen. Im Kreisgebiet hingegen ist die
Zahl der Getöteten leicht gesunken;auch die Zahl der Menschen, die bei Unfällen wegen zu hoher Geschwindigkeit verletzt
wurden, ging von 2009 auf 2010 zurück: In 195 Fällen ist zu hohe Geschwindigkeit als Ursache von Unfällen mit Verletzten
und Toten ausgemacht worden. Um 28 Prozent aber ist auch hier die Zahl der Fußgänger gestiegen, die bei Unfällen verletzt
wurden.
Und so wird die Polizei nach einem Erlass des NRW-Innenministeriums im kommenden Jahr ihre Geschwindigkeitskontrollen
verstärken: Vor allem dort, wo Fußgänger und Radfahrer an Unfällen beteiligt sind. "Unfallauffällige Bereiche" bleiben
unvermindert im Blick, außerdem als "Raserstrecken" berüchtigte Straßen (wie die B 507 zwischen Lohmar und Neunkirchen)
oder die Straßen in der Nähe von Schulen oder Altersheimen.
Während die Polizei den Mehraufwand ohne mehr Personal stemmen muss, kann das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises
seinen Messtrupp deutlich aufstocken: Sechs statt drei Kollegen werden künftig im Einsatz sein, kündigte Harald Pütz an,
im Straßenverkehrsamt zuständig für die Verkehrsüberwachung. Damit könnten die Zeiten verdoppelt werden, zu denen die
mobilen Messstationen eingesetzt sind. Unverändert bleibt mit 59 die Zahl der Starenkästen, in denen insgesamt 18 Kameras
im Wechsel zum Einsatz kommen.
Ganz neu ist, dass die Polizeibeamten und ihre Kollegen aus dem Straßenverkehrsamt ab Januar verraten, wo sie gemeinsam
ihre Laser- und Radarmessgeräte aufbauen. Im Internet wird dann jeweils für die laufende Woche nachzulesen sein, welche
Schwerpunktmessungen geplant sind - und warum. Wo nur das Messteam des Kreises aktiv wird, behält die Verwaltung für
sich: "Das sind über 80 Plätze in der Woche", so Pütz; die zu veröffentlichen wäre zu viel Aufwand.
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