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Bündnis 90/Die Grünen Eitorf

 


Rhein-Sieg-Anzeiger vom 05.04.2011:

ST. FRANZISKUS-KRANKENHAUS - Geballte Kompetenz für die Patienten

Das Eitorfer Krankenhaus beteiligt sich an dem Diabeteszentrum Rhein-Sieg-Ahr: Geballte Kompetenz für die Behandlung Zuckerkranker ist das Ziel der Kooperation. Jedes der Häuser soll aber seinen eigenen Schwerpunkt behalten.

EITORF - Menschen im östlichen Rhein-Sieg-Kreis können schon bald von einem neuen Angebot in Eitorf Gebrauch machen: Das St. Franziskus-Krankenhaus hat zusammen mit dem Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler und dem Gemeinschaftskrankenhaus Bonn das Diabeteszentrum Rhein-Ahr-Sieg gegründet.

Gemeinsam wollen die drei Kliniken künftig geballte Kompetenz für die Behandlung Zuckerkranker bieten. Jedes der Häuser solle aber seinen eigenen Schwerpunkt behalten, erklärte der neue Leiter des Zentrums, Dr. Markus Menzen. Der 37 Jahre alte Diabetologe und Endokrinologe war zuletzt als Oberarzt am Evangelischen Waldkrankenhaus in Bad Godesberg tätig und hat zum 1. April das Ruder im neuen Diabeteszentrum übernommen.

Die Eitorfer wollen sich künftig mit den Schwerpunkten Insulinpumpentherapie, Psychologie, Therapieeinstellung bei Stoffwechselentgleisung und Diabetisches Fußsyndrom profilieren. Im Kreis Ahrweiler soll der Akzent unter anderem auf das Thema akute Stoffwechselentgleisungen gelegt werden, die Bonner widmen sich beispielsweise ambulanten Schulungen sowie der Fuß- und Schwangerenambulanz. Bereits jetzt seien alle Häuser auf die Versorgung von Zuckerkranken eingestellt - Notfallpatienten werden deshalb überall gleichermaßen angenommen, erläutert der Geschäftsführer des neuen Zentrums, Christof Schenkel-Häger.

Allein was die ambulante Betreuung angeht, macht Markus Menzen eine Einschränkung: "Es ist nicht unsere Absicht, in Konkurrenz zu den niedergelassenen Ärzten vor Ort zu treten. Wir verstehen uns lediglich ergänzend, wenn ambulant nicht mehr behandelt werden kann." Die große Stärke des neuen Diabeteszentrums hingegen soll neben der Schwerpunktbehandlung die ganzheitliche Betrachtung der Erkrankten sein.

Beispiel: Ohnmachtsanfälle. "Dazu sagen manche einfach Naja, die Oma fällt halt manchmal um", formuliert Menzen salopp. In Wahrheit könnten jedoch Erkrankungen der Nervenfasern hinter den Beschwerden stecken, die wiederum nicht selten auf ein Primärleiden wie eben Diabetes zurückzuführen seien. "Die Patienten fallen weniger durch das Raster, wenn man bestimmte Dinge routinemäßig mitüberprüft", erklärt der Mediziner. Und nicht nur die Standortnähe soll den Menschen in Eitorf und Umgebung dabei zum Vorteil gereichen. Auch für das Thema ärztliche Versorgung an der Oberen Sieg versprechen sich Markus Menzen, Christof Schenkel-Häger und Dr. Peter Dreßen, Chefarzt der Inneren Medizin am Franziskus-Krankenhaus, Fortschritte: "Wir sitzen hier auf dem so genannten Dorf und haben Probleme, junge Ärzte für den Standort zu interessieren. Wenn wir jetzt eine spezialisierte Ausbildung in der Diabetologie anbieten, könnte das sicherlich auch positive Effekte auf andere Abteilungen haben wie die Innere Medizin und eventuell sogar auf die Chirurgie", ist Dreßen optimistisch.

Überaus flott ging die Einrichtung des mit allen Häusern rund 1000 Betten fassenden Zentrums übrigens zudem: Nur sechs Monate seien seit den ersten Ideen ins Land gegangen, verrät Christof Schenkel-Häger. Mitte des Jahres sollen alle Kollegen der medizinische Mannschaft komplett beisammen sein. Freilich unter einer Voraussetzung, unken die Ärzte: "Wenn vorher keiner von ihnen krank wird!"

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