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Bündnis 90/Die Grünen Eitorf

 


Rhein-Sieg-Rundschau vom 06.07.2010:

Jugendförderplan - Was brauchen die Kinder?

Was brauchen die Kinder? So simpel diese Frage klingt, so schwierig gestaltet sich die Antwort. Zum zweiten Mal muss das Kreisjugendamt den 2005 erstmals gesetzlich vom Land vorgeschriebenen Kinder- und Jugendförderplan aufstellen.

RHEIN-SIEG-KREIS - Was brauchen die Kinder? So simpel diese Frage klingt, so schwierig gestaltet sich die Antwort. Zum zweiten Mal muss das Kreisjugendamt den 2005 erstmals gesetzlich vom Land vorgeschriebenen Kinder- und Jugendförderplan aufstellen. Nachdem zunächst eine reine Bestandsaufnahme aller Einrichtungen und Fördermöglichkeiten vorgenommen worden war, soll der aktuelle Plan nun inhaltlich in die Tiefe gehen. Dazu haben Jugenddezernent Thomas Wagner zusammen mit Jugendamtsleiterin Ulla Schrödl und deren Mitarbeiterin Heike Tüschenbönner alle Akteure eingeladen, die in den acht, vom Kreisjugendamt betreuten Kommunen mit Kindern und Jugendlichen zwischen sieben und 21 Jahren zu tun haben.

"Es ist sicher der größte Fehler, den man machen kann, wenn man die eigene Erfahrung auf die heutige Zeit übertragen wollte", forderte Landrat Frithjof Kühn auf, Angebote auf die Klientel zuzuschneiden, um die es geht. Was Jugenddezernent Thomas Wagner noch erweitern möchte: Er will nicht erfragen, was Jugendliche allgemein, sondern genau jene brauchen, die in Eitorf, in Ruppichteroth oder Wachtberg leben. Um das, was dort fehlt, was erweitert, verändert werden soll. "Wir wollen nicht bei der Ist-Analyse stehen bleiben, sondern strategisch arbeiten und das Profil schärfen", erklärt er. Dazu sollten die Teilnehmer fünf Fragen beantworten, wie attraktiv etwa die offene Jugendarbeit in ihren Kommunen ist, ob die Sozialarbeit ausreicht oder der Übergang von der Schule in den Beruf verbessert werden könnte. Wissenschaftlich hat sich die Fachberaterin Martina Leshwange im Auftrag des Landes-Familienministeriums mit diesem Thema beschäftigt und moderierte Anfang und Schluss der Veranstaltung. "Angebote für Kinder mit besonderem Förderbedarf sind häufig ein Thema gewesen", nannte sie ein zentrales Problem aller Beteiligten. "Wir haben es zunehmend mit Eltern zu tun, die schon mit der Anmeldung ihres Kindes in einem Verein, auch mit der finanziellen Ausstattung für einen Sport, überfordert sind." Was also machen diese Kinder am Nachmittag? Eine Frage, die für Leshwange zu einer weiteren großen Aufgabe der modernen Jugendhilfe führt: die Elternarbeit.

Zudem ließen sich erste "regionale" Besonderheiten erkennen. Zum Beispiel, wie Heike Tüschenbönner vom Kreisjugendamt feststellte, fehle es in Neunkirchen-Seelscheid an einem "Hang out" für junge Menschen: "Jugendliche, die geführte Angebote nicht annehmen, die sich auch nicht im Jugendzentrum treffen, brauchen einen Raum, an dem sie sich aufhalten können".

"Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das ein Gewinn bringender Ansatz ist", lobte Elisabeth Schmies, Leiterin der Grundschule Wolperath / Schönau aus Neunkirchen-Seelscheid das Treffen.

Freilich wird nach diesem Auftakt noch viel in kleineren Gruppen zu arbeiten sein. Bis zum Frühling 2011 soll der Förderplan, der bis 2014 gilt, festgeschrieben sein. Landrat Frithjof Kühn betont: "Arbeitskreise sind gut, aber der Schwerpunkt muss im Handeln liegen."

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