Rhein-Sieg-Anzeiger vom 16.06.2010:
BÜRGERPROTESTE ERFOLGREICH - Der Sieguferweg bleibt
Die Pläne für den Rückbau des Sieguferweges bei Lützgenauel sind vom Tisch. Nachdem der Weg für
soviel Unmut bei Eitorfer Bürgern gesorgt hat, reagierte der Planungs- und Verkehrsausschuss des Kreistages.
EITORF - Der umstrittene Rückbau des Sieguferweges bei Lützgenauel ist vom Tisch. Der Planungs- und
Verkehrsausschuss des Kreistages reagierte in seiner jüngsten Sitzung auf anhaltende Bürgerproteste und
empfahl einstimmig, entsprechende Pläne nicht weiter zu verfolgen. Mehr als 850 Eitorfer hatten sich in
den vergangenen Wochen mit einer Unterschriftensammlung dagegen ausgesprochen, dass die Asphaltdecke auf
einem 320 Meter langen Abschnitt des in einem Feld endenden Sieguferwegs beseitigt und durch so genannten
Schotterrasen ersetzt wird. Der 13 000 Euro teure Rückbau sollte als Ausgleich für Eingriffe in die Natur
dienen, die bei der Komplettierung des Radweges entlang der Sieg in Eitorf-Kelters notwendig werden.
"Dieses Thema ist in Eitorf von großer Bedeutung", begründete Dietmar Tendler (SPD) das Einlenken der
Politiker. Die Eitorfer machen sich für den Erhalt des Weges stark, weil er bei Spaziergängern beliebt
ist - vor allem bei älteren Menschen und Fußgängern mit Rollator oder Kinderwagen.
Projekt war lange bekannt
Auch Inlineskater haben dort freie Bahn. Ein zurückgebauter Weg mit Schotterrasen wäre für sie kaum
noch befahrbar. "Dieses Beispiel zeigt, dass wir bei unseren Entscheidungen künftig sensibler sein müssen",
argumentierte Oliver Krauß (CDU). Verständnis für das Anliegen der Eitorfer zeigte auch Martin Metz
(Grüne). Er äußerte allerdings auch Kritik. "Der Rückbau des Weges ist Bestandteil des 2005
beschlossenen Siegauenkonzeptes. Es ist bedenklich, wenn alle diesem Konzept zustimmen, man dann im
Eitorfer Rathaus aber über die Maßnahme überrascht ist."
Einstimmig votierten die Politiker auch dafür, zum Ausgleich für den beim Radwegbau unvermeidlichen
Eingriff in die Natur eine Streuobstwiese zu pflanzen. Nach Angaben der Kreisverwaltung könnte davon das
Streuobstwiesenprojekt in Hennef-Bödingen profitieren, das der Kreis zusammen mit der Stiftung Rheinische
Kulturlandschaft als Ausgleich für ein anderes Bauprojekt angelegt hat.
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