Rhein-Sieg-Anzeiger vom 21.01.2010:
NAHVERKEHRSPLAN - Linienbusplan soll geändert werden
Für die Gemeinden im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis hat Rolf Hoppe im Planungsausschuss des
Rhein-Sieg-Kreises einen neuen Nahverkehrsplan vorgestellt. Es soll sich einiges ändern.
RHEIN-SIEG - Es ist so eine Sache mit den Bussen im Kreis: "Die Linienwege variieren sehr stark",
umschrieb Planer Rolf Hoppe etwa die Busanbindungen in Much und Neunkirchen-Seelscheid. Auf gut Deutsch:
Unökonomisch, verwirrend und damit kundenunfreundlich. Aber, so der Chef eines Kölner Planungsbüros mit
leisem Humor: "Landschaftlich sehr reizvoll."
Es soll sich vieles ändern im Kreis. Im Linksrheinischen wurde das Busnetz bereits komplett überarbeitet,
auch in Niederkassel gelten seit Neuestem andere Fahrpläne. Für die restlichen Städte und Gemeinden hat Rolf
Hoppe im Planungsausschuss des Rhein-Sieg-Kreises einen neuen Nahverkehrsplan vorgestellt.
Dabei fand der Referent auch zu anderen Buslinien klare Worte: "Wenig erquicklich" (Königswinter), mit
"ziemlich wüsten Strukturen" (Eitorf) oder schlicht "wirtschaftlich unsinnig" (wiederum Eitorf).
Die Lösung: Parallelverkehre reduzieren, wenig genutzte Linien durch Anruf-Sammel-Taxis oder Taxi-Busse
ersetzen, engere Abstimmungen mit Köln und Bonn treffen und vor allem Fahrplanverdichtungen für mehr
Konkurrenzfähigkeit schaffen.
Beispiel Eitorf: Schülertransporte und parallel öffentlicher Nahverkehr, Fahrplanlücken, variierende
Wege und eine teilweise sehr geringe Nachfrage machen hier Kunden und Betreibern das Leben schwer.
Rolf Hoppe möchte deswegen die Ringlinien 571 / 573 auseinander nehmen und stattdessen zwei eindeutige
Strecken bis Rodder und Leuscheid schaffen. Hennef und Windeck sollen angebunden und eine eindeutige Route
nach Obereip eingerichtet werden.
Ein buntes Knäuel an Buslinien bedeckt bei der Präsentation im Ausschuss auch den Stadtplan von
Königswinter. Auch hier könnten zwei Ringlinien aufgebrochen werden zugunsten direkterer Anschlüsse. Eine
Direktverbindung nach Sankt Augustin solle geschaffen werden und ein schnellerer Weg nach Bonn.
Auch für die Berggemeinden sind einige Änderungen vorgesehen: Für Much wäre etwa eine Schnellbuslinie
nach Siegburg denkbar und zwei Streckenführungen über die Routen Nackhausen-Seelscheid-Birk und
Marienfeld-Scheid-Seelscheid sowie durchs Wahnbachtal und über Geber. Insgesamt sieht der Plan vor, dass
praktisch alle Kommunen an Fahrtkilometern hinzugewinnen: Allein in Hennef, Eitorf und Much soll gekürzt
werden, in Sankt Augustin ändert sich nichts. Dafür müssen Städte und Gemeinden allerdings auch tief in
die Tasche greifen: Insgesamt 80 000 Euro müssten zusätzlich für Busse, 180 000 Euro für Taxibusse aus
der ÖPNV-Umlage aufgebracht werden.
Diese Zahlen allerdings seien vorerst rein rechnerisch, schränkt der Leiter des Planungsamtes, Mehmet
Sarikaya, auf Anfrage ein. Denn: "Das ist die reine Kostenseite ohne die Einnahmen der Fahrgelder. Die
können wir noch nicht kalkulieren, weil wir die Fahrgastzahlen noch nicht kennen."
Er selbst geht davon aus, dass im Laufe der nun folgenden Beratungen Zu- und Abschläge erfolgen und im
Sommer über eine "abgespeckte Version" des Planes entschieden werde. Vor der Sommerpause ist ein Beschluss
vorgesehen, konkrete Planungen sollen danach starten.
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