|
|
Rhein-Sieg-Rundschau vom 27.10.2009:
Naturwissenschaftliches Zentrum - "Trauerspiel" mit glücklichem Ausgang
Der erste Spatenstich für das geplante Naturwissenschaftliche Zentrum am Siegtal-Gymnasium ist
gesetzt. Am Montag wurde der Startschuß für das 2,8 Millionen-Projekt gegeben. Endlich - denn der Bau
hatte ein langes Vorspiel.
EITORF - "Das ist eigentlich ein Trauerspiel, aber eins mit glücklichem Ausgang", betonte der Vorsitzende
des Bauausschusses, Ralf Langer (Bündnisgrüne) gestern beim ersten Spatenstich für das geplante
Naturwissenschaftliche Zentrum am Siegtal-Gymnasium. Der Kommunalpolitiker spielte damit auf die besonders
lange Planungs- und Beratungszeit für diesen Neubau an, in der laut Baudezernten Karl-Heinz Sterzenbach 21
Sitzungen von Bauausschuss, Schulausschuss und Gemeinderat in den vergangenen Jahren notwendig waren. Gestern
konnte endlich der offizielle Startschuss für das 2,8 Millionen-Projekt gegeben werden.
Der erste Spatenstich war dies genau genommen nicht, denn mit den Bauarbeiten war schon vor drei Wochen
begonnen worden. Und auch beim symbolischen Start gestern wurde das Erdreich erst mit einem Bagger bewegt,
bevor Politiker und Architekten ihre Spaten in den Boden stießen. Mit Tamara Sherif und Jule Rosauer
bedienten zwei Sprecherinnen von der Schülervertretung zuvor die Baggerschaufel. Das Atrium des Zentrums
wird nach Angaben der Architekten Guido Casper und Elmar Kisteneich so groß ausgelegt, dass dort 700
Menschen bei Veranstaltungen Platz finden. Der Neubau soll im Spätherbst nächsten Jahres fertig sein.
Um dieses Zentrum zu ermöglichen, das wichtig für die Zukunft der Kinder sei, nehme die Gemeinde einen
weiteren Schritt in die Verschuldung in Kauf, sagte Bürgermeister Dr. Rüdiger Storch (FDP) und betonte,
woanders werde dann um so mehr gespart. Für die Beratung von Details während der Bauzeit wird die Gemeinde
noch eine spezielle Arbeitsgruppe bilden. Nach zwei Drittel der öffentlichen Ausschreibungen ist die
Gemeinde laut Sterzenbach bisher um 200 000 Euro unter den veranschlagten Summen geblieben.
Mit dem Geld der Gemeinde komme das Gymnasium nicht aus, sagte Schulleiter Werner Teubler, der von
einer Holzbrücke herab zu den versammelten Gästen, Politikern, Verwaltungsvertretern, Lehrern und Schülern
sprach. Die Brücke war von einem Physikkurs nach Leonardo da Vinci komplett ohne Nägel gebaut worden. Um
zwei weitere Projekte von "Jugend forscht" zu finanzieren, müssten auch Finanzen aus den eigenen Reihen
aufgebracht werden, betonte Teubler. Damit hat die Schule schon lange begonnen. Ihr Förderverein stellte
5000 Euro bereit, und Schüler und Lehrer beschafften weitere 6000 Euro. Die Zuschauer bei der Feierstunde
konnten sich gestern davon überzeugen, dass die Schule überaus ideen- und erfolgreich in Forschung und
Physik tätig ist. Gruppen unter der Leitung von Wilbert Trachte starteten eine Rakete und gleich drei
Marsmobile auf dem Baugelände, für die sie erst kürzlich bei einem Wettbewerb in Köln ausgezeichnet worden
waren.
____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____ ____
|
|