Rhein-Sieg-Rundschau-online vom 17.09.2009:
SPD-Fraktion im Umbruch
Drei Sozialdemokraten, die seit über zwei Jahrzehnten dem Eitorfer Gemeinderat angehören, machen
einen Schnitt. Fraktionschef Dietmar Tendler, Fraktionsgeschäftsführerin Mechtild...
EITORF. Drei Sozialdemokraten, die seit über zwei Jahrzehnten dem Eitorfer Gemeinderat angehören, machen
einen Schnitt. Fraktionschef Dietmar Tendler, Fraktionsgeschäftsführerin Mechtild Jüdes-Dreesen und der
langjährige Vizebürgermeister Helmut Bösking nehmen ihr neues Ratsmandat nicht an und machen damit den
Weg frei für neue Gesichter im Eitorfer Kommunalparlament.
In einer Pressekonferenz wurden gestern Nachmittag bereits die Nachfolger vorgestellt. Der
stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Bernd Zielinski (59), Sara Zorlu (24) und Marcel Schmidt (23)
rücken von der Reserveliste nach. Mit Claudia Kau, Dr. Hugo Peeters und Richard Kahlmann bilden sie die
neue SPD-Fraktion. Über die Leitung und etwaige Koalitionsgespräche wurde gestern noch nichts gesagt. In
der nächsten Woche haben die sechs künftigen Ratsvertreter ihre erste Zusammenkunft.
Der Rückzug von Tendler, Bösking und Jüdes-Dresen ist nicht zuletzt Folge eines miserablen
SPD-Wahlergebnisses. Man konnte dank Ausgleichsmandat zwar die Zahl von sechs Ratssitzen halten, allerdings
auf niedrigem Niveau, wie Tendler einräumte. Die SPD baute im Vergleich zur Wahl 2004 um 4,6 Prozentpunkte
auf 15 Prozent ab. Machten 2004 noch 1614 Eitorfer ihr Kreuzchen bei der SPD, taten es diesmal nur 1299.
Nach eingehender Analyse der Wahlergebnisse betonte Fraktionschef Dietmar Tendler, es gebe mehrere
Gründe für das schlechte Abschneiden seiner Partei. Dazu zählte etwa auch, gemeinsam mit der CDU einen
Bürgermeisterkandidaten aufgestellt zu haben. Bei dem herausragenden Ergebnis der Liberalen und ihrem
Bürgermeister müssten diese aber jetzt auch Verantwortung tragen.
Der Abschied aus dem Gemeinderat falle nicht leicht, sagte Tendler. Die neue personelle Aufstellung der
Fraktion bedeute auf der anderen Seite aber auch neue Ideen für Eitorf. Und der Verzicht auf das Mandat
sei keinesfalls der Ausstieg aus dem politischen Engagement, unterstrich SPD-Kreisvorsitzender Sebastian
Hartmann. Alle drei würden der SPD weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Das bekräftigte auch
Tendler, der sich stärker in der Kreispolitik engagieren will. Verkehrspolitik und ÖPNV seien mit seinem
Namen untrennbar verbunden, sagte Hartmann.
Helmut Bösking (70), der schon einmal seinen Rücktritt aus dem Rat angekündigt, dann aber doch nicht
vollzogen hatte, will sich weiterhin als Vorsitzender der Eitorfer Arbeiterwohlfahrt engagieren. Er konnte
sich allerdings einen Seitenhieb auf die FDP nicht verkneifen. Es sei fraglich, ob deren Vertreter alle
wüssten, was Kommunalpolitik sei und ob sie überhaupt genug sachkundige Bürger aufbieten könnten.
Mechtild Jüdes-Dreesen schließlich will weiterhin Geschäftsführerin des SPD-Ortsvereins bleiben.
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