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Bündnis 90/Die Grünen Eitorf

 


Presse




Mitteilungsblatt vom 03.02.2012

Eitorf soll "Kaufland" werden

In der letzten Sitzung des Planungsausschusses am 25. Januar stand das Thema "Städtebaulicher Rahmenplan ‚Sprung an die Sieg' - Konversion Schulgassenareal" auf der Tagesordnung.

Bereits seit vielen Monaten wird seitens der Gemeinde exklusiv mit einem potenziellen Investor über eine Einzelhandelsnutzung des Areals zwischen Schulgasse und Bahn verhandelt - streng vertraulich und hinter verschlossenen Türen. Geheim halten lässt sich so etwas auf Dauer nicht, die aufgekommenen Gerüchte konnten daher nicht überraschen. Höchste Zeit also, das Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen. Entsprechend groß war das Interesse der Bürger im überfüllten Sitzungssaal, als Planer Krüger sein Konzept für eine Kaufland-Filiale vortrug.

Auch die Eitorfer Grünen begrüßen selbstverständlich eine sinnvolle, städtebauliche Entwicklung an dem zentralen Schulgassenareal. Es besteht schon seit Langem dringender Handlungsbedarf. Trotzdem können wir nicht vorbehaltlos in den Lobgesang der anderen Fraktionen einstimmen. Unabhängig von einer möglichen künftigen Nutzung muss seitens der Gemeinde erst einmal Klarheit über die Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Genau diesen Aspekt hat unser Vertreter im Planungsausschuss, Wolfgang Rupprecht, zu Recht kritisiert. Bevor ein Einkaufsparadies gebaut werden kann, müssen Bauhof und Feuerwehrgerätehaus abgerissen und an anderer Stelle neu errichtet werden. Unabhängig von der Frage, ob diese Maßnahmen überhaupt finanziert werden können, vermissen wir hierfür ein Umsetzungskonzept. Zeit dafür gab es genug. Angesichts der engen Zeitplanung des potenziellen Investors - Eröffnung soll bereits im dritten Quartal 2013 sein! - wagen wir zu bezweifeln, dass z.B. die Feuerwehr bis Ende diesen Jahres umgesiedelt ist.

Darüber hinaus fehlt ein dringend notwendiges Konzept für die Parkraumbewirtschaftung während der Bauphase. Wenn die bisherigen Parkplätze in der Park&Ride-Anlage sowie die Behelfsparkplätze nördlich der Bahn wegfallen, ist das Parkchaos vorprogrammiert. Wo sollen die Pendler hin? Ein Ausweichen zur Hauptschule oder zur Tennishalle sperrt andere Nutzer aus. Außerdem fallen auch zahlreiche Parkplätze am Eichelkamp mit der ersten Bauphase "Sprung an die Sieg", die jetzt begonnen wird, weg. Der Hinweis von Erstem Beigeordneten Sterzenbach auf die Umsetzung der zweiten Bauphase (neue Parkplätze nördlich der Bahn auf bisherigem Himmerödergelände) im Laufe des Jahres 2013 ist nicht zielführend weil zu spät und nicht ausreichend. Die ganze Problematik als "Wehen" zu bezeichnen ist ein Unding, suggeriert man damit doch zwangsläufige und unabänderliche Begleiterscheinungen, gegen die man nichts unternehmen kann und braucht.

Kritisch sehen wir auch eine Finanzierung durch Abschöpfen von Gewinnen der Eigenbetriebe. Dieses Geld würde an anderer Stelle, z.B. für Sanierungsmaßnahmen im Schwimmbad, fehlen. Ein Schließen des Bades können wir nicht riskieren.

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